Religiöses Profil

 

Christliche Erziehung in unserer Einrichtung ist mehr als Weihnachten zu feiern und biblische Geschichten zu erzählen. Glauben bedeutet: Vertrauen!
Religiöse Erziehung zielt darauf ab, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein Kind Gott vertrauen kann. Darum liegt uns in unserer Kita ein vertrauensvolles Miteinander am Herzen.
 
Miteinander leben wir im Alltag die christlichen Werte: Selbstachtung, Nächstenliebe, Solidarität und Akzeptanz auch anderen Religionen gegenüber. Wir fördern Hilfsbereitschaft und Konfliktfähigkeit, hegen Sorgfalt gegenüber der Schöpfung Gottes, über die wir staunen und die wir schützen wollen.
Beim Experimentieren, Spielen, Klettern, Erzählen und Zuhören, aber auch in Räumen der Stille, zum Staunen und Nachdenken, ermöglichen wir den Kindern Erfahrungen mit den Wundern des Lebens: Für unser Verständnis ein wesentlicher Teil religiöser Erziehung.
In der Kita machen die Kinder Erfahrungen von Angenommen sein, Geborgenheit, Vertrauen, Dankbarkeit und Vergebung. Sie erleben jedoch auch Ausgrenzung, Streit, Neid, Traurigkeit und Einsamkeit.
 
Die Kinder suchen nach Deutung in Bezug auf Fragen, die sich aus ihrem Lebensumfeld ergeben, wie die Geburt eines Geschwisterkindes oder der Tod naher Angehöriger. Sie fragen nach der eigenen Identität, beispielsweise wenn sie neu in der Kita oder kurz vor dem Abschied in die Schule stehen. Sie erleben sich selbst mit Stärken und Schwächen, machen Erfahrungen mit Erfolg und Misserfolg. Sie erfahren sich im Zusammenleben mit den anderen Kindern. Sie erleben die kirchlichen Festzeiten, die das Jahr gliedern.
Die religionspädagogische Arbeit richtet sich an die Kinder der Kindertagesstätte. Dort begegnen sie dem Evangelium. Die Botschaft von der Liebe und der Menschenfreundlichkeit Gottes gibt ihnen die Möglichkeiten, ihre Erfahrungen zu deuten und mit ihnen umzugehen.
 
Deshalb ergeben sich die Inhalte der religionspädagogischen Arbeit aus drei Bereichen:
 
a) Lebensthemen der Kinder
Die genannten Lebensthemen der Kinder werden in den religionspädagogischen Angeboten thematisiert. Die Kinder sollen Streit, Angst, Dankbarkeit, Freundschaft usw. bei sich und anderen wahrnehmen. Sie lernen ihre Erfahrungen in Spielen, Rollenspielen, Liedern, im Erzählen und in Bildern auszudrücken. Sie sollen Deutungsmöglichkeiten im Licht des Evangeliums kennen lernen.
 
b) Kirchliche Feste im Jahreslauf
Die Kinder sollen die kirchlichen Feste im Jahreslauf und ihre Bedeutung kennen lernen. Sie sollen in jedem Jahr Weihnachten und Ostern im Zusammenhang mit der Bedeutung dieser
Feste erfahren. Außerdem sollen sie im Laufe der Jahre den übrigen Festen, die in der Kita begangen werden, z.B. St. Martin, Erntedank, Adventszeit, Taufe eines Kindes, Nikolaus, zusammen mit ihrer Bedeutung begegnen.
 
c) Biblische Geschichten
Die Kinder sollen ausgewählte biblische Geschichten kennen lernen, an denen grundlegende Inhalte des Christlichen Glaubens deutlich werden.
Sie sollen neben der Weihnachts- und Ostergeschichte weitere Jesusgeschichten kennen. Durch die jährliche Wiederholung der Geschichten in der Zeit von Weihnachten bis Ostern erfahren die Kinder, dass sie die Lebensgeschichte Jesus sind.
Um den Kindern die Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament zu verdeutlichen werden diese mit den sogenannten biblischen Erzählfiguren nachgespielt.
 
Christlicher Glaube lässt sich sehr gut in der Gemeinschaft erfahren, auch daher ist für uns das Gruppenerleben ein wesentliches Anliegen. Jedes Kind ist einzigartig und unverwechselbar wichtig für die Gruppe. Es gilt, jedes einzelne Kind dort „abzuholen“, wo es steht, und es so anzunehmen, wie es ist. Dazu gehört auch, dass wir Kinder aus anderen Kulturkreisen und Religionen in der Kita aufnehmen. Diese Akzeptanz ist die Grundlage für Gefühle von Geborgenheit und geliebt – werden.
 

Die Bibelstunde behandelt religionspädagogische Themen anhand von Bibelgeschichten. In biblischen Geschichten findet man eine Vielzahl von Wundern und Gleichnissen, die sich im übertragenen Sinne auch in heutigen Werten wie Hilfsbereitschaft, Zusammengehörigkeit, Identitätsfindung und Toleranz wiederfinden. Durch spielerisches Erarbeiten der Geschichten werden die Kinder in verschiedenen kognitiven Bereichen angesprochen und gefördert.
Um den Kindern die Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament zu verdeutlichen werden diese mit biblischen Erzählfiguren nachgespielt.
 

Das Haus der Religionen ist bunt !
 
Unter diesem Leitgedanken verstehen wir Vielfalt als Bereicherung. Unsere Einrichtung ist grundsätzlich für alle Kinder offen – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit und Glaubenspraxis. Die religiöse Vielfalt unserer Einrichtung bietet allen Kindern zahlreiche Lernanlässe. Nach den Vorgaben des Bildungs- und Orientierungsplanes des Landes Baden-Württemberg werden entsprechend dem Bildungs- und Entwicklungsfeld „Sinn, Werte und Religion“ religiöse Traditionen vermittelt sowie die Wirkung von sakralen Räumen, Ritualen und Symbole erklärt. Die christlichen Traditionen werden in unserer Einrichtung gelebt indem wir vor dem gemeinsamen Essen miteinander beten, christliche Lieder singen, Bibelgeschichten vorlesen und christliche Feste im Jahreskalender feiern.
Der Dialog ist von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt geprägt. Es soll weder missioniert noch vereinnahmt werden. Die Kinder dürfen in unserer Einrichtung ihre religiöse Unterschiedlichkeit leben, ohne dass sie als Störfaktor betrachtet werden. ( z.B. Speise- und Kleidungsvorschriften).
Pauschalisierungen vermeiden wir uns sehen jede Familie als Vertreter ihrer Herkunftskultur und Religion an.
Die kulturelle und religiöse Vielfalt wird in der Ausstattung und Raumgestaltung unserer Einrichtung sichtbar. Schon beim Betreten unserer Einrichtung fallen religiöse Symbole in´s Auge: Im Eingangsbereich befindet sich ein interreligiöser
Wandkalender sowie die Osterkerze. In jeder Stammgruppe befindet sich ein Jesuskreuz. In unserer Bücherei gibt es eine, große Auswahl an Bilder- und Sachbüchern zum Thema Religion , welche den Kinder frei zugänglich sind. Biblische Erzählfiguren ermöglichen es Geschichten aus der Bibel nachzuspielen. Die Kinder haben jederzeit freien Zugang zu Puzzles und Spielen mit religiösen Aspekten und zu biblischen Spielsachen, wie z.B. die große Arche Noah im Bauzimmer.
Selbstwert und religiöse Identität der Kinder wird gestärkt, wenn sie etwas von zu Hause vertrautes entdecken. Biografische und religiöse Anlässe und Feste werden direkt und indirekt aufgegriffen.  Das Kind mit seinen Fragen, Beobachtungen und Interessen steht im Mittelpunkt. Diese werden im täglichen Morgentreff aufgegriffen und vertieft. Hintergründe von religiösen Festen und Feiern werden in alltäglichen Aktivitäten sowie gezielten Aktivitäten erläutert und den Kindern begreifbar gemacht.
Thematisiert wird das, was die Kinder von zuhause mitbringen und was in der Einrichtung aktuell ist. Die Kinder entdecken schnell Ähnlichkeiten durch vergleichen; das Gemeinsame verbindet. (Beispiel: In jeder Religion wird gebetet, nur eben anders).
Fremdheitsempfindungen werden zugelassen, Unterschiede werden wahrgenommen und ausgehalten. Die eigene Haltung wird dabei klar benannt.
Den Kindern wird die Selbstverständlichkeit vermittelt, dass etwas fremd bleiben darf und dennoch neue Einsichten gewonnen werden für ein gutes Miteinander.
Die Mitarbeiter/Innen unserer Einrichtung schaffen eine Kultur, die von Offenheit, Wertschätzung, Verlässlichkeit und solidarischer Unterstützung geprägt ist. Sie setzen das Modell der religiösen Gastfreundschaft um und begleiten die Kinder religionssensibel. Die Mitarbeiter/Innen zeigen Interesse und Respekt den religiösen Überzeugungen und Traditionen andersgläubigen Kinder und ihrer Familien gegenüber, sowie den weltanschaulichen Überzeugungen nichtgläubiger Kinder und ihrer Familien. Über die in der Einrichtung vertretenen Religionen und Weltanschauungen wird sich informiert und auseinander gesetzt. Die pädagogischen MitarbeiterInnen sind verpflichtet im Rhythmus von sechs Jahren an einer religiösen Fortbildung teilzunehmen und sich fortzubilden. Die Kinder werden darin bestärkt, Achtung anderer Religionen und Überzeugungen gegenüber anderen zu entwickeln. In unserer Kita wird religiöse Gastfreundschaft gelebt, die unterschiedliche Formen der Teilhabe ermöglichen. Nach Absprache ermöglichen wir den Eltern ihre religiösen Feste in der Kita zu feiern und zu erläutern.