Pädagogisches Konzept

 

Bildungsverständnis
 
„L'enfant est un feu à allumer, pas un vase à remplier.“
»Kinder sind keine Fässer, die ge-füllt, sondern Feuer, die entfacht werden müssen."
(Francois Rabelais)
 
Bildung: meint die lebenslangen und selbsttätigen Prozesse zur Weltaneignung von Geburt an. Bildung ist mehr als angehäuftes Wissen, über das Kinder verfügen müssen. Kinder erschaffen sich ihr Wissen über die Welt und sich selbst durch ihre eigenen Handlungen.
Kindliche Bildungsprozesse setzen verlässliche Beziehungen und Bindungen zu Erwachsenen voraus. Bildung ist ein Geschehen sozialer Interaktion."
 
„Erziehung: meint die Unterstützung und Begleitung, Anregung und Herausforderung der Bildungsprozesse, z. B. durch Eltern und pädagogische Fachkräfte. Sie geschieht auf indirekte Weise durch das Beispiel der Erwachsenen und durch die Gestaltung von sozialen Beziehungen, Situationen und Räumen. Auf direkte Weise geschieht sie beispielsweise durch Vormachen und Anhalten zum Üben, durch Wissensvermittlung sowie durch Vereinbarung und Kontrolle von Verhaltensregeln. (Orientierungsplan Baden Württemberg)
 
Anliegen der Kinder:
  • „Ich möchte angenommen werden und mich sicher und geborgen fühlen, ich möchte gemocht werden von den Erwachsenen und den anderen Kindern."
  • „Ich möchte meine Ideen und Wünsche verwirklichen können."
  • „Ich möchte ungestört forschen, entdecken und ausprobieren können."
  • „Ich möchte neugierig die Welt erkunden."
  • „Ich möchte Bestätigung und Anerkennung erfahren, wenn ich etwas geschafft habe, dann weiß ich, dass ich stark bin und etwas kann."
  • „Ich möchte Freunde finden und Gemeinschaft erfahren, aber auch alleine sein können, wenn ich es gerne mag."
  • „Ich möchte selbst Dinge entscheiden und wenn mich etwas beschäftigt, möchte ich gehört werden" „Ich möchte so lange und so viel spielen, wie ich Lust habe."
  • „Ich möchte ganz viel Zeit haben, um eigenes zu entdecken und auch solange Dinge üben, bis ich sie gelernt habe."
  • „Ich möchte, dass man mir auch sagt, wenn ich mal etwas nicht darf, denn nur so lerne ich auch Regeln und Grenzen kennen, die auch wichtig sind."
 
Auf der Basis dieser Aussagen haben wir folgendes Verständnis von Bildung, Erziehung, der Rolle der pädagogischen Fachkraft und unserer Haltung zum Kind und seinen Entwicklungs- und Lernprozessen entwickelt: 
Wir verstehen die Kinder als eigenständige Persönlichkeiten, die von Geburt an Akteur ihrer eigenen Entwicklung sind. Sie sind geprägt von individuellen Wesensmerkmalen und haben alle ihre eigene Wahrnehmung. Sie begeben sich aktiv lernend und voller Neugier, Entdeckerfreude und Forschergeist auf die Suche, um sich ein vielfältiges Bild von der Welt zu machen.
Kinder möchten sich ausprobieren, sie streben nach Entfaltung, nach Erfahrungen, nach sozialem Kontakt, sie wollen selbstwirksam und selbstständig sein, um ihre Persönlichkeit entwickeln zu können. Die Kinder eigenverantwortlich Entscheidungen treffen zu lassen, ihnen die Freiheit zu geben selbstwirksam die Welt zu erforschen, hat zur Folge, dass sie sich ihrer Selbst bewusst werden und zu selbstständigem Denken und Handeln in der Lage sind. Hier trägt die Partizipation der Kinder in unterschiedlichsten Bereichen dazu bei. Kinder entwickeln schon früh Interesse an anderen Menschen. Sie brauchen für alle Lern- und Bildungsprozesse die soziale Interaktion (mit anderen Kindern und auch Erwachsenen). Sie können ihre Gefühle besser einschätzen, diese zum Ausdruck bringen und mit zunehmendem Alter immer besser regulieren. So lernen sie auch Konfliktverhalten und Bewältigungsstrategien. Sie hierbei zu unterstützen ist eine unsere Aufgaben, der wir einen großen Stellenwert beimessen.
Unser Ziel ist hierbei, das Selbstvertrauen des Kindes zu stärken, damit es seine unterschiedlichen Gefühle kennen lernt. Kinder wollen aus sich selbst heraus lernen! Dafür brauchen sie räumlich entsprechende Bedingungen und auch das Material muss vielfältig und altersentsprechend sein.
Hierfür eine  „vorbereitete Umgebung" zu schaffen gehört zu unseren Aufgaben. Diese ermöglicht es den Kindern Freude am Lernen und Entdecken zu haben und engagiert ihre Bildungs- und Lernprozesse durchleben können.
Unsere Pflicht ist es, sie hierbei zu unterstützen und zu begleiten (und zu fördern. Uns ist es dabei sehr wichtig, jedem Kind seine individuelle Zeit zuzugestehen, in der es seine Entwicklung durchlaufen kann. Wir setzen viel Vertrauen in die Eigeninitiative des Kindes als aktiver Akteur seiner Entwicklung. Wir lassen ihm viel Freiraum sich mit Lust am Lernen und aktiver Neugier neue Wissensbereiche selbst anzueignen. Dabei bilden wir  Lerngemeinschaften zwischen Erziehern und Kinder. Wir machen uns gemeinsam auf den Weg Neues zu erfahren und zu erlernen. So bleibt keiner bei seinem aktuellen Wissensstand stehen. Lernimpulse und neue Lernansätze springen zwischen Erziehern und Kindern hin und her. Man weiß nie wozu eine einfache Fragestellung des Kindes sich entwickelt. So kann zum Beispiel aus der Frage "Was isst der Regenwurm" ein Gemeinschaftsprojekt für die ganze Kita werden. Sich gemeinsam auf den Weg zu machen die Fragen des Alltags zu lösen verbindet Erzieher und Kinder miteinander zu einer Lerngemeinschaft.
 

Mit zunehmendem Alter erweitern die Kinder ihren Bewegungsradius im ganzen Haus. Das Kennen der Zeit und Angebotsstruktur schafft Verlässlichkeit für Alle und unterstützt die Kinder in der Auswahl ihrer persönlichen Bildungsbereiche, der Wahl des Spielortes bzw. der Spielpartner.
 
So gestaltet sich der Kita-Tag
07:15 bis 09:15 Uhr   Frühgruppe Ankommen der Kinder
09:15 bis 09:35 Uhr   Morgenkreis in den Gruppen
09:35 bis 12:30 Uhr   Projekte/ Aktivitäten mit Bildungsangeboten,
Selbstgestaltete Bildungszeit in den Gruppen
Außengelände/Ausflüge          
12:30 bis 13:15 Uhr   Abholzeit          
 
Frühstück/Vesper
In der Zeit von 07:15 bis 11:00 Uhr (mit einer Pause zur Morgenkreiszeit) findet ein freies Frühstück statt. Die Kinder entscheiden selbst, mit wem, wann und wieviel sie essen möchten.
 
Besuche in anderen Gruppen
Von 09:35 bis 11:00 haben die Kinder außerdem die Gelegenheit die anderen Gruppen der Einrichtung zu besuchen.
 
Zusätzliche Aktivitäten
SBS - Singen, Bewegen, Spielen
Mo, Sprachförderung der Kinder durch eine externe Kraft
 
Sport & Bewegung in der Turnhalle 
Di, Mi, Do, Fr 9:35 – 11:00 Uhr & 11:00 - 12:20 Uhr, pro Tag immer 2 der 4 Gruppen
Förderung der motorischen Fähigkeiten
 
Vorschulaktivität
Mi 10:00 – 11:30 Uhr
Treffen der angehenden Schulkinder, fördern der kindlichen Fähigkeiten für die Schule, Abbau von Ängsten, Beobachtung der Kinder unter Schulähnlichen Bedingungen

Singkreis mit allen Kindern der Arche Noah in der Turnhalle
Fr 9:15 - 9:35 Uhr
Freude an der Musik, Raum für Begegnung, Schaffen eines Gemeinschaftsgefühls, Kennenlernen neuer Lieder und Melodien
 
 

Das gemeinsame Begleiten, Unterstützen und Fördern der gesamten Entwicklung und der Lernprozesse eines Kindes, ist das Ziel in einer gelingenden Erziehungs- und Bildungspartnerschaft. Sie ist die Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkräften zum Wohle des Kindes. Geprägt ist diese Partnerschaft von gegenseitiger Anerkennung und Akzeptanz, dem Dialog und der wertschätzenden Begegnung auf gleicher Augenhöhe. Transparenz auf beiden Seiten gehört ebenso dazu.
 

In  der Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde werden in unserem Kindergarten  in Achtung vor Gott, dem Menschen und der Schöpfung christliche Werte im Alltag gelebt. Wir begleiten die Kinder auf ihrem Glaubensweg. Uns ist es wichtig, mit den Kindern eine positive Lebenseinstellung zu entwickeln und  Vertrauen in das Leben zu gewinnen. 
 
Wir arbeiten regelmäßig mit Therapeuten, Fachdiensten und Ärzten zusammen.
 
Weitere Kooperationspartner sind die Hebelschule, der örtliche Musikverein, das Spielhaus, die Feuerwehr und die Fastnachtscliquen.

 

  • Unser Ziel bezüglich der Kooperation mit der nahegelegenen Grundschule ist es, einen positiven Übergang vom Kindergarten zur Grundschule zu gestalten, den besten Weg für jedes Kind zu finden.
  • Die Kooperationslehrerin der Hebelschule kommt einmal pro Woche in den Kindergarten.
  • Die Erstklässler besuchen die zukünftigen Schulanfänger im Kindergarten.
  • Die zukünftigen Schulanfänger nehmen nach Möglichkeit an einer Turnstunde in der Grundschule teil und besuchen eine Unterrichtsstunde der Grundschule.
  • Die Erstklässler kommen in den Kindergarten und lesen vor.